Quelle: Veranstalter


Mitten im Leben. Mitte vierzig. Eine Frau hat alles vorbereitet, um einen lange geplanten Roadtrip zu beginnen – und fährt dann doch nicht los. Stattdessen landet sie in einem schäbigen Motelzimmer. Sie bleibt. Dieser Raum wird zu mehr als einem Zufluchtsort – er verwandelt sich in einen Fantasieraum, in dem sie ihren Körper, ihre Wünsche, ihre Scham und die großen Lebensentwürfe, denen sie bislang folgte, schonungslos erforscht. Was geschieht, wenn man nicht losfährt, sondern innehält? Welche Räume brauchen Frauen, um sich von kulturellen Erwartungen zu lösen? Wie viel Autonomie liegt in der Entscheidung zu bleiben – und sich selbst zu begegnen?
Miranda Julys 2024 erschienener, international gefeierter Roman gibt eine mutige, ungeschönte Antwort. Sein Erfolg offenbart zugleich eine Leerstelle: die kaum vorhandene Sichtbarkeit von Frauen in der Lebensmitte – in Literatur, Theater und Film. Eine begeisterte Leserschaft erlebt eine Geschichte, wie sie bisher selten erzählt wurde, obwohl unzählige Frauen die Unausweichlichkeit körperlicher Veränderungen und die damit verbundenen Herausforderungen im Umgang mit sich, in Beziehungen, im Alltag und mit ihren Wünschen nur allzugut kennen. Auch deshalb wirkt die plötzliche, bahnbrechende Kraft der Protagonistin so ansteckend, als sie dem Was-wäre-wenn nachgeht. Wie durch ein Schlüsselloch späht man neugierig in das Motelzimmer und lässt sich verführen, die eigenen Gedanken zu entfesseln. „Auf allen vieren“ bringt diesen Moment radikaler Selbstbegegnung auf die Bühne. Licht, Sound, Video und Livemusik schaffen eine Atmosphäre, in der Fremde für einen Abend zu Verbündeten werden. Was, wenn wir uns erlauben würden, unsere Lebensentwürfe neu zu denken?
Mit: Meike Droste, Fritzi Haberlandt
Regie & Konzept: Sabine Auf der Heyde, Holle Münster

/ anschl. Nachspiel

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix